Für jeden etwas

Slowenien

kolesarja popotnika 780 km
Juni~Juli 2020 : 9 Tage
<b>Živjo</b>. Einen Moment bitte, damit wir noch den Kaffee bis zum Ende genießen können. Die heurige Radtour haben wir praktisch von Zuhause begonnen, in der Hauptstadt Sloweniens. Bald kamen wir zu den ersten Hängen. Laut unserem Plan müssten wir eigentlich durch die Schweiz fahren, jedoch haben wir ihn wegen der Coronasituation gegen die <i>zweite Schweiz</i>* gewechselt. *Vor der Abspaltung von Jugoslawien haben wir uns motiviert, dass Slowenien als unabhängiger Staat zu einer <i>zweiten Schweiz</i> werden könnte. In den letzten 10 Jahren reisten wir mit den Fahrrädern hauptsächlich durch das Ausland. Deshalb sind wir voller Erwartung, wie wir mit dem Rad unser eigenes Land erleben werden? Bei der Planung haben wir uns den steilen Anstieg heißer vorgestellt. Wir haben auch eine trockenere Aussicht auf die Kirche, welche am öftesten in den Kalendern abgebildet ist, vorhergesehen. <b>Jamnik</b> (831 m). Mit dem Fahrrad kann man bekannte Startpunkte besuchen und unbekannte Gegenden entdecken, wie das neue Ressort vor <b>Bled</b>, wo wir geschlafen haben. <b>Die Bleder Insel</b> haben wir von einer höheren Ebene aus entdeckt. Slowenien haben wir spiralförmig umfahren. Den nordöstlichen Teil haben wir uns für die zweite Coronawelle aufgehoben. Und was darf man? <b>Jesenice</b>. Ich versuche zu erraten, wohin die beiden Mädchen so leidenschaftlich schauen? In den Notizblock, in die Liebesnachricht oder in das Foto eines <i>coolen</i> Mitschülers? Ups! Hat die zweite <i>Coronatouristenwelle</i> schon die slowenisch-österreichische Grenze überquert? Aha! Jetzt wissen wir, warum auf dem vorherigen Bild alle fliehen. Wo sind alle Radfahrer, welche den ganzen Frühling vor den Fahrradgeschäften Schlange gestanden sind? Unser Hund hat einen schöneren Po, der Steinbock im Hintergrund ist nicht so sexy. Was bietet heute Omas Küche? <b>Die russische Kapelle</b>, welche den russischen Soldaten gewidmet ist und welche im Jahre 1916 während des Baus des Vršičpasses von einer Schneelawine erfasst wurden. Wenn der Erste Weltkrieg noch etwa ein Jahr länger dauern würde, hätte man über die Julischen Alpen sicher noch einen Pass gemeißelt. Als der Papa noch den letzten Trumpf aus der Tasche zog: einen <i>Energydrink</i> … … haben wir die deutschen, tschechischen und die österreichischen Motorradfahrer überholt. Übernachtet haben wir bei Mia im <b>Trenta-Tal</b>, welche vor vielen Jahren von der Hauptstadt in eine ansonsten sehr schöne, aber einer der abgelegensten slowenischen Gegenden zog. Unser internationales Selbstbedienungsfrühstück. All diesen Kram müssen wir jeden Morgen einpacken und ihn noch den ganzen Tag herum transportieren. 58 % der gesamten Landesoberfläche wird von Wald bedeckt und der Anteil nimmt noch zu. Die engen Flussbetten des smaragden Flusses <b>Soča</b>. Enthusiasten von Wasseraktivitäten werden die unberührte und wenig besiedelte Natur wirklich genießen. Der majestätische <b>Boka</b>. Wir konnten es nicht erraten, warum alle so <i>happy</i> fröhlich waren? Von unserer 780 km langen Strecke gab es max. 80 km an »echten« Fahrradwegen, zusammen mit den Fahrradstrecken, welche wir in den Städten fuhren. Dieser See nennt sich: <b>See bei der Brücke am Fluss Soča</b>. Der Junge stand kaum auf allen vieren, das Mädchen aber fuhr im Kopfstand umher. Die Übernachtung mit Frühstück mit lokalen Spezialitäten hat uns der Staat geschenkt, welcher heuer jedem slowenischen Staatsbürger einen Tourismusgutschein im Wert von 200 € gewidmet hat, welchen wir für Übernachtungen mit Frühstück einlösen können. Es überholt und erkennt uns der Radfahrer Damijan, mit welchem wir schon mehr als 20 Jahre <i>zusammenarbeiten</i>, aber bis jetzt haben wir uns noch nie getroffen. <b>Miren</b> bei Nova Gorica. Weil die Grenze SLO/ITA nach dem 2. Weltkrieg in Paris festgelegt wurde, wurden dadurch für 30 Jahre Doppelstaatsbürgerschaften auch nach dem Tod verliehen. 20 Minuten warteten wir in der prallen Sonne, damit das Schloss im Sonnenlicht erstrahlt. Später, nach Prüfung unserer Fotos, sahen wir, dass das beste von der ersten Minute war. Das Gestüt <b>Lipica</b> ist das originelle, älteste Gestüt in Europa (1578), welche kontinuierlich die gleiche und die älteste kulturelle Pferderasse züchtet. Den Lipizzaner. Einen Bruchteil des Weges haben wir in <b>Italien</b> zurückgelegt, ein paar Tage später auch in <b>Kroatien</b> und so haben wir die Landestour in eine internationale umqualifiziert. Am Abend mussten wir fast auf das Kastell <b>Črni Kal</b> klettern, und zwar mit den Fahrrädern. Hat sich gelohnt! Eine Aussicht auf die Stadt <b>Koper</b> und die <b>Bucht von Triest/Adriatisches Meer</b>. Gesättigt vom nächtlichen Ausflug kehrten wir erst nach Mitternacht nach <b>Ocizla</b> zurück. Es erwartete uns eine sorgfältige Anweisung der Hostelbesitzerin. Danke! Die Mehrheit der Slowenen spricht gut Englisch, vor allem die jüngere Generation. Jedoch werden sie von der älteren mehr erfahren, die nicht mehr so gut Englisch spricht. Über den <b>Höhlen von Škocjan</b>. Die Skizze der möglichen Zugänge zum Aussichtspunkt hat den Expeditionsleiter völlig in die irre geführt. So haben wir die schweren Fahrräder über unzählige steile Treppen getragen. Der zweite Zugang verläuft über einen nur 150 m sanft ansteigenden Hang. Haben wir erst nach unserer Rückkehr bemerkt. Nach <b>Pivka</b> kommen wir in Frieden: Kein Wunder, dass die NATO Slowenien bittet, eine etwas modernere Bewaffnung anzuschaffen. Und einen Fahrradhelm. Wir haben keinen besonderen Fetisch für den Besuch von Friedhöfen, aber dort fließt wenigstens Wasser. Ob es (nicht)trinkbares Wasser ist, stellt man erst später fest. Die einzige Übernachtungsmöglichkeit im Bärengebiet war voll, deshalb übernachteten wir in einem aufgegebenen Waldbüfett. Den Tourismusgutschein haben wir diesmal nicht eingelöst. Bei der Bergabfahrt vom <b>Snežnik Gebirge</b> prallten wir fast in einer unübersichtlichen Kurve der Waldstraße in eine Bärenmutter mit einem Teddybären, wie aus dem Geschäft. Wir haben uns überrascht 10, 15 Sekunden angeschaut. Die Bärin <i>posierte</i> uns auf 2 Pfoten. Wir gingen in Frieden auseinander, haben dabei aber das Gruppenselfie vergessen. <i>Slowenisches Sibirien</i>, wo zweimal eisige -34 °C gemessen wurden, liegt nur 761 m über der Adria und ist nur 36 km vom Meer entfernt. Unbekannte Orte mit einer herrlichen Landschaft. Das <b>Kolpatal</b> ist für das Radfahren leer und erfrischend. Leider fährt man kilometerweit an den Anti-Wirtschaftsflüchtlings-Hindernissen entlang. Ich weiß wirklich nicht, warum den Flüchtlingen die Richtung Norden eilen, die Zuflucht in unserem Land nicht genug sicher ist? Die Landschaft <b>Bela Krajina</b>. Die Ernährung auf den Radtouren ist bei uns beruhigend. Wenn die Gasthäuser offen sind, bekommt man den ganzen Tag eine warme Mahlzeit, was in den westlichen Ländern nicht üblich ist. Der Fluss <b>Krka</b>. Geschäfte gibt es aber zu viele, überhaupt in größeren Orten und noch immer werden neue und neue eröffnet. Die Fahrradwegweiser sind viele Male unsystematisch und gehen an wichtigen Punkten unter. Die Aussicht vom mobilen Fahrrad. Gleichzeitig auf der gleichen Position ~ 2 verschiedene Wetterverhältnisse. 5 Tage voneinander entfernte Positionen ~ (fast) gleiche Benennungen. Uns sind die €€€ ausgegangen. Erwarten Sie nicht zu viel, dass bei uns alles lächerlich günstig sein wird. Die Reise mit dem Fahrrad sieht nur billig aus. Am Tag haben wir sparsame 80-100 € ausgegeben, wobei wir hauptsächlich »am Boden« schliefen. Jetzt ist uns auch noch die Energie ausgegangen. Eine besorgniserregende morgendliche Besprechung, damit wir auch die letzte selbstmörderische Etappe hinter uns bringen. Die slowenischen Straßen sind zu eng. Die meisten Fahrer sind relativ einsichtig, jedoch ist die Fahrt am Straßenrand nie entspannt. In den Städten sind die Radwege meist ordentlich eingerichtet. Wir haben jedoch erst mal genug und … … und kehrten mit dem slowenischen Shinkansen expressvoll in die Realität zurück. Wir bedauern wirklich nicht, dass wir für die diesjährige Grandtour <i>die zweite Schweiz</i> wählten. Beim nächsten Mal ist die erste Schweiz dran.