Radeln der Donau entlang bis zum Balaton

Linz > Wien > Bratislava > Budapest

kolesarja popotnika 726 km
Juli 2026 : 9 Tage
<b>Servus!</b> Unser slowenischer Zug hatte Verspätung, deshalb haben wir in Villach (Österreich) unseren Anschluss verpasst. Der Urlaub begann drei Stunden später. Wir radeln schon seit 15 Jahren durch Europa. Diese klassische Route stand geduldig auf unserer (Nicht-)Wunschliste und war nun endlich an der Reihe. <b>Ohne Drama</b>: Die Hitzewellen ließen wir zu Hause. Die Donau fließt schließlich nur bergab. Und wie es im Reiseführer stand: Der Wind ist unser bester Freund. Wir hatten uns den <i>Radpilgerweg</i> deutlich voller vorgestellt. Trotz Hochsaison begegneten wir erstaunlich wenigen <i>Gleichgesinnten</i>. Die Verspätung vom ersten Tag hatten wir längst aufgeholt, sodass sich unsere Fahrräder zwischendurch auch mal ordentlich ausruhen konnten. Ein <i>wunderschönes</i> Motiv, das ein zufällig vorbeikommender Passant für uns festgehalten hat. Und so sieht es aus, wenn wir das Motiv selbst darstellen. Mit Sonnenenergie im Tank ging es weiter in eine der kleinsten Städte Österreichs – gerade einmal 819 Einwohner zählt sie. Durch richtiges Mülltrennen kann jeder Einzelne pro Jahr mehrere hundert Kilogramm CO₂-Emissionen einsparen. Das entspricht ungefähr dem CO₂-Ausstoß eines Autos, wenn es mehrere tausend Kilometer <i>ausgeschaltet</i> bleibt. Die Jahrhundert-Hochwasser sind in diesem Jahrhundert schon zu Jahrzehnt-Hochwassern geworden. Der Pegelstandmesser muss wohl bald wieder ein Stück höher gesetzt werden. Die Orte sind mit Schutzmauern und Dämmen abgesichert. Droht Hochwasser, werden zusätzlich noch mobile Dammbalken in die Lücken eingesetzt. Wie schafft man das eigentlich, rechtzeitig auf einer Strecke von hundert und mehr Kilometern? Der Abschnitt zwischen Passau in Deutschland und Wien gilt als der <i>Heilige Gral</i> des europäischen Freizeitradelns. Routine für <i>Profis</i>: Entspannt radelten wir täglich 100 und mehr Kilometer auf flacher Strecke. Zelt aufbauen und wieder einpacken. Kochen. Und das Ganze jeden Tag aufs Neue. Der älteste (>900 Jahre) und größte unterirdische Weinkeller eines Klosters in Österreich erstreckt sich über vier Etagen. Zählen solche Schmierereien eigentlich noch als Street-Art? Die Luft, die aus dem vergoldeten Schornstein strömt, soll dank moderner Filteranlagen oft sauberer sein als die Luft auf den Wiener Straßen. Die beiden perfekten spiegelbildlichen Bauwerke unterscheiden sich nur in den bildhauerischen Details, die verraten, was sich in ihrem Inneren befindet. <b>Das Riesenrad</b>, das Wahrzeichen Wiens, in einem der ältesten Vergnügungsparks der Welt. Eintritt frei. Umweltparadoxon: Wir radeln durch ein Gebiet mit den größten Erdölvorkommen Österreichs. Und direkt danach schon durch einen geschützten Nationalpark. Bei stärkerem Wind und Verkehr gerät die Brücke ordentlich ins Schwanken. Im UFO-Restaurant gibt’s sozusagen noch ein <i>4D-Schwebe-Geschmackserlebnis</i>. Tschumil bei der Arbeit. Er wartet auf das nächste vorbeiziehende Röckchen. Mit diesem Poser plansche ich nicht in der Donau, sondern in einem See, der Mitte des letzten Jahrhunderts für Bauzwecke in der Nähe des Flughafens von Bratislava ausgebaggert wurde. Das <i>Revital</i> Buffet hatte an diesem Tag geschlossen. Der größte Teil der Strecke sah so aus: gerade, leere, asphaltierte und laaaange Alleen. Ideal für die Meditation auf zwei Rädern. In der Stadt steht das größte Automotorenwerk der Welt. Hier werden fast alle Motoren für die Fahrzeuge des VW-Konzerns produziert. Rund 50 km der Strecke führen auch über stark befahrene Straßen, auf denen uns schwere Lastwagen überholten. Für jeden Geschmack etwas dabei. In der Stadt kann man entspannt Radfahren – man muss nur die richtigen Wege wählen. In einigen unserer älteren Reiseberichte sind wir nicht immer mit Helm unterwegs. Wir verbessern uns. Für Freunde der Urban Art. Wir dachten zunächst, die Gravuren hätten eine historische Bedeutung. Tatsächlich stehen dort der Name des Abwasserentsorgungsunternehmens und der Name der Gießerei. Wir sind noch ins ungarische Meer gesprungen, in dem man nur ertrinken kann, wenn man sich hinlegt. Statt Schlamm gab es scharfkantige Steine. Erst nach ein paar hundert Metern konnten wir hinein springen. Eine Nacht unter freiem Himmel auf einem stinknormalen Campingplatz machte den Geldbeutel um 60 € leichter. Die gesamte Tour kostete (inkl. Fahrkarten) 800 €. Mit den übrig gebliebenen Forint kauften wir noch ein fleischiges Souvenir und beendeten somit unsere Tour. Wir kamen <i>nur</i> eine Stunde verspätet zu Hause an.

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